Paralleluniversum als kosmologische Allgemeinerklärung für alles

Immer wieder kommt das Thema als Erklärungsansatz auf: Es gibt geradezu praktisch kein Buch und keine Veröffentlichung über Kosmologie, wo nicht irgendwann das Konzept des Paralleluniversums als Erklärungskonzept eingeführt wird.

Unser Universum ist unvorstellbar gross. Aber was, wenn es nicht das einzige Universum ist? Gibt es vielleicht noch viel mehr, als wir momentan wissen?

Denn da liegt ja dann die Lösung für ein Problem, das die meisten gar nicht kennen. So wird beispielsweise auch zuweilen der Mandela-Effekt erklärt, der auf der Startseite dieser Website vorgestellt wird.
Der Grund für diesen Erklärungsansatz: Man versteht nicht warum die Welt in ihrer Komplexität und Einmaligkeit so ist, wie sie eben ist.

Fine-Tuning des Universums

Zur Komplexität und Einmaligkeit unserer Welt: Das Universum ist ein unheimlich abgestimmtes Gefäss, das gar nicht anders sein darf, weil sonst als zusammenbrechen würde.

In den 70er-Jahren hat Steven Hawkings sich die folgende Frage gestellt: Wenn das Universum am Anfang gestört würde (wenn also mehr oder weniger Energie hinzugefügt würde), was würde das dann für die langfristige Entwicklung für das Universum bedeuten?

Mehr Masse/Energie

Bei sehr viel Masse fällt das Universum nach anfänglicher Expansion wieder in sich zusammen. Die Schwerkraft/Masse würde das Universum wieder zurückziehen und auf Null kollabieren.

Daher rührt die Idee eines zyklischen Universums, das sich immer wiederholt.

Weniger Masse/Energie

Universum beginnt mit einer Expansion, ist aber zu leicht, als dass es wieder von der eigenen Gravitation zurückgeholt werden könnte und rast in der Folge auseinander und zerfällt.

Die goldene Mitte

Variante dazwischen: Hier ist alles genau richtig. Das Universum beginnt zu expandieren und damit geht es immer weiter.

Hawkings fand heraus, dass das Universum so fein eingestellt werden muss (und aktuell ist) wie ein Bleistift, den man so mit der Spitze absetzt, dass er einfach direkt senkrecht stehen bleibt. Abgesetzt aber nicht einfach auf einem Blatt Papier, nein, abgesetzt auf einer Rasierklinge, die wiederum auf einer Rasierklinge steht, die auf einer Rasierklinge steht, die auf einer Rasierklinge steht, bis wir 10^55 Rasierklingen gestapelt haben.

So genau ist das Universum feingestimmt und das ist die Provokation für die Naturwissenschaft.

Entsprechend ergibt sich die Erklärung von Paralleluniversen, wobei angenommen wird, dass es unzählige Universen mit zu viel und zu wenig Masse gibt (die folglich nicht bestehen) und in der Vielfalt dieser Universen gibt es auch mind. ein passendes, und das ist das unsere.

Es gibt also ein Multiversum, in dem mehrere Universen entstehen oder entstanden sind.

Etliche Beobachtungen lassen sich aber auch gar nicht erklären ohne das Phänomen einer Überexpansion – eine sogenannte inflationäre Expansion (man unterscheidet die normale Expansion von der schlagartigen sogenannten Überexpansion des gesamten Universums).

Bei der Idee der Inflation wurde die Idee der skalaren Felder angewendet. Ein Skalarfeld ist ein Felde, das richtungslos unabhängig überall ist. Seit 2012 glaubt man, ein solches Feld gefunden zu haben: X-Feld.

Das ist ein Beispiel für ein Feld, das im frühen Kosmos diesen Übergang der inflationären Expansion vollzogen haben könnte. Damit wäre dann eine Verbindung zwischen dem Allergrössten und Allerkleinsten hergestellt. In diesem Falle wäre das eine Idee davon, wie es möglich wäre, dass eine wie oben beschriebene Feinabstimmung vorgenommen wird – der Bleistift bleibt auf den Rasierklingen stehen. Unglaublich!