Was ist der Mandela-Effekt?

Der Mandela-Effekt steht für das Phänomen kollektiv falscher Erinnerungen von Fakten oder Ereignissen. Namengebender Auslöser war dabei Nelson Mandelas Tod im Jahr 2013: Viele Menschen glaubten sich mit Sicherheit bereits an dessen früheren Tod ca. 1980 zu erinnern.

Felsenfest überzeugt davon waren viele, weil sie glaubten, sich an News-Sendungen und Zeitungsartikel anlässlich Mandelas Beerdigung erinnern zu können.

So beschrieben hunderte und tausende Menschen Details wie die Farbe des Sarges, das Wetter und die Musik, die zu seiner Ehre gespielt worden sei.

All das gab es jedoch nie. Vielmehr wurde der Aktivist nach seiner 27-jährigen Gefangenschaft der erste schwarze Präsident Südafrikas – bis 1999.

Wie kann es sein, dass sich so viele an etwas erinnern, was gar nie passiert ist und warum erinnern sie sich an diese falschenn Fakten? Das Spezielle am Phänomen Mandela-Effekt ist nämlich, dass sich nicht einzelne sondern Tausende oder gar Zehntausende gleichermassen falsch erinnern. Das gemeinschaftlich ‹falsche› Erinnern stärkt in der Folge die Glaubwürdigkeit und damit den Wahrheitsanspruch des falschen Faktums.

Zur Klärung dieses Phänomens wurden bisweilen einige Theorien aufgestellt, die im Folgenden zusammengefasst erläutert werden.

Interessierst du dich aber noch eingehender für das Thema, dann schaue dir diese drei Bücher an: Sie enthalten Hintergründe und fundierte Recherchen im Detail, die noch mehr Erkenntnisse geben:

Es gibt auch einen Podcast zum Mandela-Effekt:

400x400bb

Mandela-Effekt: Theorien

  • Paralleluniversen: Es gibt eine unendliche Vielheit an Paralleluniversen: Jede Entscheidung führt zu einem neuen Paralleluniversum. Partiell überlappen sich diese Paralleluniversen, was sich in der Erinnerung spiegelt: Einige Erinnerungen stammen aus anderen Paralleluniversen. Die Erinnerung an Nelson Mandelas Beerdigung würde entsprechend aus einem anderen Paralleluniversum stammen. Bestärkt sehen sich diese Vertreter*innen durch eine Unmenge an Beispielen und Wiederholungen des Phänomens.
    Dies hört sich abgefahren und eher wie eine Storyline aus einem Science-Fiction-Thriller als nach seriöser wissenschaftlicher Erkenntnis und These: Dabei ist aber nicht zu vergessen, dass sogar Stephen Hawking Paralleluniversen für möglich hält. Klicke auf den Link oben, um mehr zu diesem Thema zu erfahren.
  • Erinnerungsmanipulation durch die Regierung oder Aliens: Hier handelt es sich um eine Verschwörungstheorie, die dafür argumentiert, dass Regierungen oder extraterrestrische Lebewesen unsere Erinnerungen manipulieren und die falschen Erinnerungen einpflanzen. Diese Theorie ist wohl tatsächlich recht abgefahren und kann nicht falsifiziert werden (typisch Verschwörungstheorie). Ausserdem bleibt hier unklar, welchen Nutzen eine Regierung oder die Aliens haben, wenn ich mir den Monopoly-Man mit Monokel vorstelle statt ohne …
  • Falsche Erinnerung: Unsere Erinnerungen sind trügerisch und bilden das Erlebte nicht immer 100 % richtig ab. Das Gedächtnis kann also Erlebnisse nicht immer richtig aufnehmen oder aber es verändert diese nachträglich. Diese Erklärung ist am plausibelsten, aber vielleicht auch am unheimlichsten, weil es bedeutet, dass wir uns zuweilen an Dinge erinnern, die gar nie passiert sind. Obschon die Verschwörungstheorie also einen prickelnden, verlockenden Aspekt hat, ist die Alternative also wahrscheinlicher: Unsere Erinnerung sind ganz schlicht und einfach trügerisch und leiten uns zuweilen fehl. Klicke auf den Link oben, um mehr zu diesem Thema zu erfahren.

 

Mandela-Effekt: Beispiele

Erfahre in den folgenden Mandela-Effekt-Bildern und Beispielen, wie dich deine Erinnerung trügt oder eben, an welchen Eckpunkten unserer Welt sich parallele Universen und alternative Realitäten überschneiden

Mandela-Effekt beim VW-Logo

Before After Mandela-Effekt beim VW-LogoOriginales VW-Logo

Genau so sieht das VW-Logo aus – oder nicht? Zumindest erinnern sich viele Menschen an genau dieses VW-Logo. Klicke auf das Logo um zu erfahren, was der Mandela-Effekt mit dir und dem VW-Logo macht …

 Zuweilen führt dies sogar in Filmen zur Verwirrung, wo das VW-Logo in Back to the Future zwischen den beiden Versionen hin und her wechselt:

Monopoly-Man und der Mandela-Effekt

Before After Mandela-Effekt beim Monopoly-ManOriginaler Monopoly-Man

Quelle: steemit.com

Der Monopoly-Man zeichnet sich aus durch den Schnauz, Geldsack, schwarze Schuhe und Zylinder. Abgerundet wird das Bild erst durch das charakteristische Monokel im linken Auge.

Eine Erklärung für diese Fehleinschätzung könnte die Prototypen-Semantik geben. Gemäss dieser Theorie gibt es gewisse Elemente, Gegenstände oder Entitäten, die prototypisch zu einer bestimmten Kategorie gehören. Denke an ein Werkzeug!

Hast du dir einen Hammer vorgestellt? Dann bist du nicht alleine: Ein Grossteil der Menschen stellen sich als prototypisches Werkzeug einen Hammer vor.

Zurück zum Monopoly-Man: Für viele ist der Monopoly-Man Prototyp der Kategorie „historischer und reicher Gentleman“ und zu dieser Kategorie gehört prototypisch ein Monokel.

Kit-Kat-Schriftzug

Genau so sieht das Kitkat-Logo mit Kitkat-Verpackung aus; wait a second? Kitkat oder Kit-Kat? Verschiebe den Regler und erfahre die Wahrheit.

Before After Kitkat OriginallogoMandela-Effekt beim Kitkat-Bindestrich

Pikachu mit schwarzem Schwanzende?

 

Pikachu ist das knuffigste Pokémon überhaupt, Maskottchen, Vorzeigelogo und ständiger Begleiter von Ash Kethum, dem Protagonisten aus der Anime-Serie und den Kinofilmen.

Deshalb kenne wir auch sein Erscheinungsbild in und auswendig: Gelbe farbe, rote Bäckchen, schwarze Augen und genauso schwarze Flecken an Ohren und am Schwanz. Denken wir zumindest.

Before After Originaler PikachuMandela-Effekt beim Pikachu-Schwanz

 

Kommt dir dieser Mandela-Effekt besonders frappierend vor? Dann schaue dir das passende Youtube-Video dazu an, das das Pikachu-Phänomen im Detail behandelt:

Luke, I am your Father!

Die Szene in Star Wars, in der Darth Vader seine Identität als Lukes Vater aufdeckt, gehört zu den bekanntesten und am meisten zitierten Szenen überhaupt.

Und trotzdem kommt dieses Zitat «Luke, I am your Father!» nie so in den Star-Wars-Filmen vor. Das echte Zitat aus dem Film lautet nämlich: «No, I am your Father!».

Trotz der Tatsache hält sich hartnäckig die Erinnerung des falschen Zitats und im Internet werden grosse Mühen betrieben, das falsche Zitat zu beweisen. Entscheide selbst, ob der Beweis gilt oder es sich dabei nur um eine bearbeitete Videoszene handelt: